Die ersten Acts fürs New Fall Festival stehen fest

Düsseldorf (kle) Düsseldorf ist eine Stadt vieler kultureller Identitäten. Kunst und Wirtschaft, Clubkultur und Hochkultur, Pop und Avantgarde existieren hier meist nebeneinander. Doch manchmal entstehen Räume, in denen diese Grenzen verschwinden. Das New Fall Festival gehört seit Jahren zu diesen Gelegenheiten. Für einige Oktobertage wird die Stadt zum Treffpunkt für Menschen, die sich sonst vielleicht nie begegnen würden.

Vom 7. bis 11. Oktober kehrt das Festival erneut nach Düsseldorf zurück. Längst hat es sich einen festen Platz in der deutschen Festivallandschaft erarbeitet. Während viele Festivals vor allem auf Größe setzen, verfolgt das New Fall Festival seit jeher einen anderen Ansatz. Hier geht es um das Zusammenspiel von Musik, Raum und Atmosphäre. Konzerte finden an besonderen Orten der Stadt statt und schaffen Kontexte, die weit über das klassische Konzerterlebnis hinausgehen.

Vielleicht passt das gerade deshalb so gut nach Düsseldorf. Kaum eine andere Stadt verbindet wirtschaftliche Dynamik, kreative Szenen und kulturelle Vielfalt auf so engem Raum. Das New Fall Festival macht diese unterschiedlichen Facetten für einige Tage sichtbar und hörbar.

Auch das Programm 2026 folgt dieser Idee. Zwischen Indie, elektronischer Musik, Singer-Songwriter-Klängen und zeitgenössischem Pop entsteht erneut ein Line-up, das weniger Trends hinterherläuft als musikalische Geschichten erzählt. Mit José González kommt einer der wichtigsten Singer-Songwriter seiner Generation nach Düsseldorf. The Cinematic Orchestra wiederum verbindet seit Jahrzehnten Jazz, Elektronik und orchestrale Elemente zu eindrucksvollen Klanglandschaften.

Besondere Aufmerksamkeit dürfte jedoch der Auftritt von Babyshambles auf sich ziehen. Als die Band um Pete Doherty Anfang der 2000er-Jahre auftauchte, wirkte sie wie ein Gegenentwurf zur zunehmenden Perfektion des Indie-Rock. Zwischen Punk-Attitüde, Melancholie und Rock’n’Roll entstand ein Sound, der eine ganze Generation begleitete. Dass die Band nach ihrer Reunion wieder gemeinsam auf Tour geht, galt lange als unwahrscheinlich. Umso bemerkenswerter ist ihre Rückkehr auf die Bühne. Und zum New Fall Festival. Für viele dürfte dieser Abend weit mehr sein als ein nostalgischer Blick zurück. Eher eine Begegnung mit einer Band, deren Einfluss bis heute in zahllosen Indie- und Rockgruppen nachhallt.

Mit Künstlerinnen wie Greentea Peng oder Projekten wie Orbit zeigt das Festival zugleich, dass es nie allein um bekannte Namen geht. Es lebt von Neugier, Entdeckungen und ungewöhnlichen Verbindungen; musikalisch ebenso wie gesellschaftlich.

Auch 2026 wird das New Fall Festival wieder zeigen, dass kulturelle Ereignisse mehr sein können als die Summe ihrer Programmpunkte. Das Festival macht hörbar, wie viele unterschiedliche Stimmen Düsseldorf besitzt.


Weiter
Weiter

Hildener Jazztage feiern ihren 30. Geburtstag